Bericht zur Herbstversammlung mit Vortrag

Bericht zur Herbstversammlung mit Vortrag

Nach fristgerechter Einladung aller Mitglieder begann die Herbstversammlung des Imkerverein Stierberg am 25.10.2019 um 19:30 Uhr in der Brauereigaststätte Stierberg. 1. Vorsitzender Andreas Lentner begrüßte alle anwesenden Mitglieder und freute sich über so zahlreiches Erscheinen. Besonders begrüßt wurden Herr Anton Friedrich (Presse) sowie Ehrenmitglied Karl Maier. Nach einem kurzen Jahresrückblick, in die hinter uns liegende Bienensaison, wurde der Ablauf des Abends vorgestellt. Auf der Tagesordnung standen die Verabschiedung der Satzung durch die Mitglieder und ein Vortrag von der Bienensachverständigen des LVBI Mü/Aö Maria Lohmeier sowie eine anschließende Diskussion.

Beginnend mit dem ersten Tagesordnungspunkt wurde die Satzung mittels Beamer auf eine Leinwand projiziert und durch die Schriftführerin Maria Lohmeier laut und deutlich verlesen. Während der Vorlesung wurden keinerlei Fragen durch die Mitglieder gestellt, lediglich die Presse Anton Friedrich hatte eine Verständnissfrage welche sofort beantwortet werden konnte. Nach dem Verlesen der Satzung wurde Mittels Akklamation abgestimmt. Alle anwesenden Mitglieder stimmten der verlesenen Satzung zu, es gab keine Gegenstimmen sowie Enthaltungen, somit konnte diese verabschiedet werden.

Im Programm folgend referierte Bienensachverständige Maria Lohmeier über unsere fleißigen Bienen und lud zu einer „Spurensuche ins Bienenvolk“ ein. Das Bienenvolk gibt immer wieder aufs Neue Rätsel auf, besonders für Jungimker ist es oft nicht einfach die verschiedenen Zeichen und Bilder einordnen und deuten zu können, so Lohmeier. Die Zeichen im Bienenstaat richtig zu verstehen ermöglicht es allerdings, den Zustand und auch die Bedürfnisse der Bienen besser einschätzen zu lernen, ohne große Eingriffe vornehmen zu müssen. In ihrem gut einstündigen und reich bebilderten Vortrag ging Lohmeier auf die verschiedensten Situationen ein, welche in einem Bienenvolk anzutreffen sind. Von der Auswinterung beginnend über die Zeichen am Flugbrett, der Schwarmzeit bis hin zu Krankheitsanzeichen wurden alle Themenfelder behandelt.

Viele Fragen, welche im Anschluss gestellt wurden, konnten beantwortet werden.

Der erste Vorsitzende Andreas Lentner bedankte sich bei Lohmeier für den spannenden Vortrag und wünschte allen Imkerinnen und Imkern eine ruhige Winterzeit, ein gutes nach Hause kommen und eine tolle kommende Bienensaison.

Monatsbetrachtung Juli 2019

Monatsbetrachtung Juli 2019

Die Monatsversammlung am 26.Juli 2019 fand zur großen Freude der Imker wieder im Biergarten der Brauerei-Gaststätte statt. Unser Vorstand gab uns wie immer wertvolle Informationen für die Arbeiten an den Bienenvölkern in den nächsten Wochen an die Hand.

Seit der Sommersonnenwende am 21.Juni werden die Tage kürzer und die Bienenmasse in den Völkern nimmt kontinuierlich ab. Teilweise wird jetzt Blatthonig wie von Eiche und Ahorn eingetragen. Waben mit Melezitosehonig sollen nicht in den Völkern bleiben, da er als Winterfutter für die Bienen ungeeignet ist. Nach dem Abschleudern werden die trockenen unbebrüteten Honigwaben eingelagert. Dunkle Altwaben sollen wir zügig einschmelzen, um damit den Befall durch Wachsmotten zu vermeiden.

Die folgenden Angaben sind aus der Monatsbetrachtung Juli-2018 und entsprechen den aktuellen Informationen: Es sollen 200ml Ameisensäure in der Medizinflasche auf zweiräumige Völker gegeben werden. Über 24 Stunden (Nacht+Tag) sollen 15 bis 20 ml verdunsten. Die Wirksamkeit ist stärker, wenn ein Fluglochkeil mit etwa 15 cm breiter Öffnung eingesetzt ist. Völker auf Böden mit einem Varroa-Schieber lassen bei regelmäßiger Kontrolle die Abnahme im Milbenabfall über die ca. zehntägige Verdunstungszeit hinweg erkennen. Bei einräumigen Völkern kann ggfls. die Verdunstungsmenge / Zeit verkürzt werden. Bei einräumiger Überwinterung sollten bis Mitte/Ende Oktober 15-18 kg Apiinvert in das Volk gebracht werden. Starke zweiräumige Völker sollen bis Ende August über 10 volle Futterwaben mit 20-25 kg Gewicht verfügen. Dabei ist auf das teilweise intensive Eintragen von Nektar (auch Pollen) aus Springkraut und anderen Spätblühern zu achten, damit Brutraum ausreichend verfügbar bleibt. Es hat sich auch gezeigt, dass zu viele Waben mit dem wässrigen Nektar vom Springkraut als starke Kälteblöcke bei anhaltend tiefen Wintertemperaturen wirken und Völker wegen mangelnder Wärme eingehen lassen.

Zu ergänzen sind diese Angaben mit dem Hinweis auf die Anwendung von ApiLife VAR im Oktober und Oxalsäure bzw. Bienenwohl im Dezember/Januar. Weitere Informationen erhalten Sie in der Monatsbetrachtung August-2019.

Maria Lohmeier hat über die Broschüre „Varroa im Griff“ informiert und eine Sammelbestellung initiiert. Darin haben die Bieneninstitute im Verbund die jetzt zu empfehlenden Maßnahmen neu zusammengestellt. Damit ist das Dokument „Varroa unter Kontrolle“ in der 2. Auflage aus 2007 nicht mehr relevant.

Monatsbetrachtung Juni 2019

Monatsbetrachtung Juni 2019

Die Monatsversammlung am 29. Juni 2019 begann, nachdem die Teilnehmer vom Feldbegang mit Georg Hans eingetroffen waren. Beachten Sie den Bericht dazu von Maria Lohmeier.

In der kurzen Monatsbetrachtung sprach Andreas Lentner diese jetzt vom Imker zu beachtenden Punkte an.

Ende Juli sollte der Sommerhonig geschleudert werden und sofort die erste Auffütterung mit etwa 1/3 der Gesamtmenge erfolgen. Danach erfolgt die Behandlung mit Ameisensäure. Anschließend wird das restliche Futter gegeben. Futtermenge in kg bei einräumigen Volk: 10-14, 2-räumig 18-20. Ableger auch jetzt noch füttern und erweitern, da sich junge Königin bei der Eiablage noch steigert. Schwarmvölker auf Weiselrichtigkeit prüfen. Viele Völker haben Melezitosehonig (Mele), der sofort und soweit es eben möglich ist, ausgeschleudert werden sollte. Dazu finden Sie einen Leitfaden über den Link zum LWG/IBI. Kommt jetzt der Nektar von Linde in Zellen mit Mele, könnte sich das Problem mit dem Betonhonig etwas verringern. Honigwaben mit „Nur Linde“ sind jetzt sehr nasse Waben. Die Nachfüllpackung Apiinvert kostet heuer ca. 20€. Raiffeisen Schwindkirchen will ab zweite Juliwoche über Vorrat verfügen. Aber besser ist es, vor geplanter Abholung dort anzurufen.

Nachstehend als Ergänzung noch mal der Bericht vom Juni 2018:

Die Legeleistung der Königin nimmt nun abhängig vom Futtervorrat und anderen Einflüssen kontinuierlich ab. Noch haben starke Völker die drei bis vierfache Menge an Bienen als in den Wintermonaten. Eine Kontrolle auf Weiselrichtigkeit der Völker sollte erfolgen und wenn notwendig per Weiselprobe verifiziert werden.

Die Bienenmasse in den Ablegern nimmt in den kommenden Wochen noch zu und daher ist etwa 14-tägig zu prüfen, ob ausreichend Futter vorhanden ist. Sonst muss zugefüttert werden. Im Juli können weiterhin Brutableger mit ausreichend Bienenmasse von den starken (guten) Völkern gebildet werden. Die mit alter bzw. schwacher Königin weiseln bis in den Oktober hinein eigenständig um. Wir sollten daher bei Sichtung jetzt keine Weiselzellen ausbrechen. Sonst blockieren oder verzögern wir die Nachschaffung einer neuen Königin. Es kann auch gezielt durch Abdrücken der vorhandenen Königin der Nachschaffungsprozess ausgelöst werden. Ob das Volk so oder so nach 4-5 Wochen eine neue Königin in Eiablage hat, ist zu kontrollieren.

Je nach Standort gibt es jetzt Sommerhonig, der in den nächsten 2-3 Wochen geschleudert werden soll. Bis Ende Juli müssen die Honigräume entfernt und auf den Wintersitz in den Magazinen soll hingearbeitet werden. Das Aufstellen auf Varroa-Böden lässt den Abfall von Milben vor einer Behandlung erkennen. Wenn pro Woche 30 oder noch mehr Milben auf dem Schieber liegen, ist die Dringlichkeit angezeigt, wobei die erste Behandlung vor dem Auffüttern erfolgen soll. Wird ein stark befallenes Volk vor der Aufzucht der Winterbienen ab Ende August von seiner Milbenlast befreit, entwickelt es sich normal weiter. Im Juni und Juli erstellte Ableger können vor dem Verdeckeln der ersten Brut mit Milch- oder Oxalsäure von Milben befreit werden. Diese Jungvölker beginnen dann im kommenden Frühjahr weniger belastet ein schnelles Wachstum.

Die vielschichtigen Maßnahmen zur Varroa-Bekämpfung können an dieser Stelle nicht umfassend dargestellt werden. Mit den postiven Erfahrungen bei der Behandlung mit Ameisensäure durch Verdunstung aus der Medizinflasche mit Teller (12-14 cm Durchm.) und Docht (gefaltetes Küchentuch) bleiben wir bei dieser Methode. Dabei sind die Handlungsanweisungen vom Imkerbund oder dem Institut für Bienenkunde zu beachten. Die Dokumente können von deren Internetseiten heruntergeladen werden. Besonders wichtig ist dabei die Beachtung der Außentemperatur, die tagsüber mindestens bei 20°C sein sollen. Das Portal „Varroawetter“ informiert je Postleitzahlengebiet über geeignete Zeitabschnitte.

Monatsbetrachtung April 2019

Monatsbetrachtung April 2019

Viele Mitglieder sowie Interessierte haben sich wieder, zur Monatsversammlung im April, in der Brauereigaststätte in Stierberg eingefunden. Nach angeregten Gesprächen zur aktuellen Situation begann der erste Vorsitzende des Imkerverein Stierbergs, Andreas Lentner, mit der Monatsbetrachtung.

Festzustellen ist, dass der April ein sehr warmer Monat mit wenig Niederschlägen bis dahin war. Die Völker konnten sich prächtig entwickeln und die „Durchlenzung“/Auswinterung ist nun endlich und komplett geschafft. In der Regel sitzen die Bienen nun auf zwei Etagen (zwei Bruträume) und je nach Lage und Tracht ist der erste Honigraum schon aufgesetzt. In der Natur findet gerade das große Blühen statt, allerdings stellen bei anhaltender Trockenheit die Pflanzen auf Sparflamme um und es „fließt“ wenig Nektar, so Lentner. Das gilt es zu beobachten und je nach Platzbedürfnissen im Bienenvolk ist zu erweitern. Kritisch zu sehen ist das Einlegen des Absperrgitters im Frühjahr, da dies durchaus als Schwarmtreiber zu sehen ist. Ungern nur quetschen sich die mit Honig vollgetankten Bienen hier durch und wenn keine Brutwaben über das Absperrgitter gehängt werden (welche grundsätzlich nichts im Honigraum verloren haben), nehmen die Bienen diesen Raum nur äußerst ungern an. Die Folge davon ist, dass der eingetragene Nektar unterhalb des Absperrgitters, also im zweiten Brutraum eingelagert wird. Der Imker spricht davon, dass das Brutnest verhonigt und die Königin keinen Platz bzw. keine freien Zellen mehr hat, um Eier zu legen. Wenn keine Eier mehr gelegt werden, ist irgendwann keine Brut mehr zu pflegen was viele junge Arbeiterinnen, welche ihren Futtersaft nicht loswerden, und keine Pflegetätigkeit mehr leisten können, zur Folge hat. Sprich…es macht sich Arbeitslosigkeit im Volk bemerkbar. Wenn den Bienen sprichwörtlich „langweilig“ ist, fällt ihnen gerne das Schwärmen ein… Dies gilt es durch zielführende Eingriffe wie Raumgabe, den Bautrieb (durch genügend Mittelwände welche gegeben werden) fördern, Drohnenbrutschnitt, Jungvolkbildung durch Brutwabenableger, Volksdurchsichten im 7 tägigen Turnus und auch die Honigernte, zu verhindern. Die Bienen möchten und müssen beschäftigt sein. Falls dennoch ein Schwarm abgegangen ist, gilt das oberste Gebot: Sicherheit zu ERST! so Lentner. Bitte keine waghalsigen Aktionen zum Schwarmfang starten! Falls der Honigraum bestenfalls die Honigräume gefüllt und die Waben mindestens ¾ am besten komplett verdeckelt sind, kann geerntet werden. Auf Nummer sicher geht der, der ein Refraktometer zur Bestimmung des Wassergehaltes, benutzt. Um reinen Frühjahrshonig bzw. Blütenhonig zu ernten, muss damit nach der Hauptblüte und vor einsetzten der Waldtracht (so Gott will…) begonnen werden. Dies kann Mitte bis Ende Mai sein. Beim Ernten exakt auf den Wassergehalt achten, dieser muss unter 18% liegen, da andernfalls die Gefahr der Gärung droht und die ganze Arbeit umsonst war. Ebenso ist darauf zu achten, den Bienen selbst genug Honig zu lassen, da erfahrungsgemäß nach der Frühtracht eher eine Trachtlücke droht, als dass sich ein Waldhonigsegen einstellt. Die Völker genau beobachten und schlimmstenfalls füttern.

Auf den im Juni stattfindenden Vereinsausflug wurde nochmals hingewiesen. Erfreulicherweise haben sich schon viele Vereinsmitglieder angemeldet und nur noch wenige Restplätze sind frei. Ebenso wurde auf den Vortrag „Spurensuche im Bienenvolk – Bienenvölker besser verstehen“ von Maria Lohmeier, welcher am 27.04.19 am Lehrbienenstand in Erharting stattfindet, hingewiesen.

Lentner wünschte allen Imkerinnen und Imkern eine reiche Honigernte und freut sich auf den nächsten „Stammtisch“, welcher nicht, wie gewohnt am letzten Freitag in Stierberg stattfindet, sondern am 24.05.19 bei unserem Imkerfreund Ludwig Freilinger, Berufsimker in Schönberg. Wir folgen seiner Einladung gerne und freuen uns auf die Standschau vor Ort! Nach der Standschau ist eine Einkehr in der Gastwirtschaft Esterl geplant. Lentner gab noch den Hinweis, das Fahrgemeinschaften gebildet werden sollen. Treffpunkt ist um 18:30 Uhr an der Brauereigaststätte in Stierberg.

 

Monatsbetrachtung März 2019

Monatsbetrachtung März 2019

Am 28.3.2019, nur fünf Tage nach der Hauptversammlung hat Andreas Lentner die erschienenen Imker, besonders auch die Neumitglieder begrüßt und sich für das Kommen bedankt.

Die erste Durchsicht sollte man spätestens bis Mitte März gemacht haben, auch wenn es an noch kühlen Tagen erfolgen muss. Die verschiedenen nachfolgend angesprochenen Themen sind dabei zu berücksichtigen. Es sollte, wenn möglich, der einzige Eingriff bis zu den ersten warmen Frühlingstagen sein. Wie gut der Zustand des Volkes ist, lässt sich schon am Flugloch beobachten. Viele einfliegende Bienen mit Pollenhöschen zeigen an, dass Brut vorhanden ist. Völker mit zu wenig Bienenmasse sind vorerst im Grundkasten einzuengen. Der Bienensitz (Brutwaben) soll sich in der Mitte des Grundkastens befinden. Ende März sollten es dann schon fünf Brutwaben sein. Zu achten ist dabei auch auf Weiselrichtigkeit (keine Buckelbrut – siehe letzter Abschnitt unten). Bei dieser Arbeit ist es ratsam, am Anfang Gemüll und tote Bienen vom Bodenbrett zu entfernen. Starke Altvölker sitzen in 2 Zargen und vergrößern jetzt das Brutnest nach oben. Jungvölker aus dem Vorjahr, die in einer Zarge überwintert haben. sind oft in guter Verfassung. Wenn der neugierige Blick von oben in die Zarge zeigt, dass sich Bienen schon in nahezu allen Wabengassen aufhalten, wird es höchste Zeit für die Erweiterung mit dem ersten Aufsatz. Denn ab Anfang März legt die Königin einige Hundert Eier pro Tag. Ihre Legeleistung steigt stetig an. Mitte März pflegt ein Volk über 10.000 Brutzellen. 21 Tage später schlüpfen täglich Hunderte von Jungbienen. 500 füllen eine halbe Wabengasse. Obwohl sie zunächst die alten Winterbienen ersetzen, platzen Einzarger schnell aus allen Nähten. Wer jetzt nach altem Imker-Rezept die Völker „eng“ hält und erst dann Raum gibt, wenn bereits alle Wabengassen dicht besetzt sind und die Bienen beim Blick ins Flugloch unten durchhängen, der sorgt frühzeitig für Schwarmtrieb. Die Erweiterungszarge wird mit Mittelwänden oder – wenn vorhanden – im Zentrum 4 oder 5 ausgebauten hellen Waben bestückt und einfach oben aufgesetzt. Ist noch bis in den April bienenwidriges Wetter vorausgesagt, muss, wer bisher knausrig mit dem Futter war, den für zu leicht befundenen Völkern noch einmal 5 – 7 kg mit Futterwaben geben. Die entnimmt man aus zu gut versorgten Völkern und hängt sie an den Rand der Erweiterungszarge. Alle Jungvölker werden dabei synchron erweitert, den Zeitpunkt bestimmt das stärkste Volk.

Die Nahrungsvorräte sind jetzt generell zu kontrollieren, denn bis in den Mai hinein kann die stetig wachsende Bienenmasse nochmal auf diese Reserven angewiesen sein. Das Aufritzen der verdeckelten Futterwaben hilft den Bienen zu einem schnelleren Umtragen in die Futterkränze der Brutwaben. Viele Völker haben nach dem Auffüttern im August / September durch das Einholen von Nektar aus Spättrachten zu viele vollgepackte Futterwaben in den Zargen, wodurch für die Königin zu wenig freie Zellen für die Eiablage verfügbar sind. Der Überschuss an Futterwaben muss raus, kann in geeigneten Behältern kühl gelagert werden (auch Einfrieren ist möglich) und steht dann bei Bedarf als Futter für Ableger und die Entwicklung von eingeholten Schwärmen zur Verfügung. Verkotete Waben sind zu entfernen und einzuschmelzen. Erkennt man bei genauer Sichtung viele Varroamilben, kann noch eine sofortige Notfallbehandlung mit Oxalsäure-Produkten (Bienenwohl) erfolgen.

Die stetig steigende Zahl an Jungbienen benötigt Raum und Mittelwände zum Ausbauen. Wenn es daran fehlt, steigt der Schwarmtrieb und viele Weiselzellen an den Brutwaben sind die Folge. Ist dies der Fall und man hat diese erstmals ausgebrochen, muss spätestens alle neun Tage eine Sichtung und wiederholtes Ausbrechen erfolgen, wenn man das Schwärmen verhindern will.

Was macht man mit einem Kümmerling ? Wenn ein einräumiges Volk Mitte März weniger als 4 Wabengassen besetzt, würde es den nächsten Kälteeinbruch kaum überleben oder sich erst bis zur Spättracht so weit aufrappeln, dass sie noch zur Honigproduktion taugen. Ist in diesen Völkern eine intakte Königin vorhanden – leicht erkennbar an verdeckelter Arbeiterinnenbrut – werden selbst schwächste Völker nicht aufgelöst oder vereinigt, sondern saniert: Dem Schwächling Mitte März das meist noch im Übermaß vorhandene Futter bis auf 2 oder 3 Waben entnehmen und durch leere, ausgebaute Waben ersetzen. So Platz zum Brüten schaffen. Jetzt auf zweizargiges Volk, das bereits die obere Zarge füllt, über Absperrgitter aufsetzen. Kein zusätzliches Flugloch geben.4 bis 5 Wochen nach Vereinigung (etwa Mitte April) hat das untere Volk das obere erheblich verstärkt. In der Regel sind beide Königinnen am Leben und voll in Eiablage. Nun die beiden Völker wieder trennen, das ursprünglich schwache dabei auf einen eigenen Boden am Standort des starken Volkes platzieren, da es dadurch zusätzlich mit Flugbienen vom starken Volk verstärkt wird.

Falls nötig, können auch schwache Altvölker so saniert werden: Untere, meist bienenfreie Zarge entfernen und Volk auf starkes Volk aufsetzen. Alle Schwächlinge, die nicht eindeutig weiselrichtig sind, könnten Drohnenmütterchen enthalten. Diese legenden Arbeiterinnen gefährden gesunde Königinnen und werden daher keinesfalls einem anderen Volk aufgesetzt. Haben Sie einen solchen Notfall, warten Sie auf gutes Flugwetter und stellen an den Platz vom weisellosen Volk einen Ableger. Dann lassen Sie die Bienen vom weisellosen Volk aus einem Abstand von etwa 20m zufliegen. Dazu werden die Bienen von den Waben vor den Kasten abgestoßen. Die Drohnenmütterchen sterben zusammen mit den wenigen zurückbleibenden Bienen nach kurzer Zeit vorm Kasten. Auf keinen Fall dürfen die Mütterchen in ein weiselrichtiges Volk gelangen, da sie sonst der Königin den Garaus machen.

Nachtrag:

Jetzt, Mitte April, wenige Tage vor dem Osterwochenende ist schönstes Frühlingswetter bei Temperaturen um die 20 °C vorhergesagt und wir sind gut beraten, wenn wir die starken Völker mit dem Honigraum erweitern. Es ist eine Freude, wie prächtig es grünt und blüht und für die Bienen gibt es Nektarangebot im Überfluss.

Weitere Informationen gibt es dann bei der Monatsversammlung am 26.April 2019, Beginn 20 Uhr.

Herbstversammlung mit Vortrag von Wildlebensraumberater Hans Laumer

Herbstversammlung mit Vortrag von Wildlebensraumberater Hans Laumer

Lebensräume verbessern – Wildtiere fördern – Mensch und Natur verbinden

Referent Hans Laumer vom Fachzentrum für Agrarökologie stellte die Verbindung her

Stierberg / Obertaufkirchen – Zu der diesjährigen Herbstversammlung konnte Imkervorstand Andreas Lentner wieder einen fachkompetenten Referenten, Hans Laumer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aus Straubing gewinnen. Zuvor teilte Lentner mit, dass es ein gutes Blütenhonigjahr war. Ab Juni brach der Honigertrag ein, denn auf Grund der heißen Witterung gab es keinen Waldhonig. Der Klimawandel ist in vollem Gange, die Trockenheit ist nicht nur für die Landwirte ein Problem, sondern auch für Mensch und Tier. Bis vor einigen Tagen war an den Stöcken noch reger Betrieb zu verzeichnen, die Bienen flogen und sammelten Nektar und Pollen. Zudem konnte sich auch die Varroamilbe weiter stark vermehrten. Deshalb empfahl Lentner den anwesenden Imkern, dass sie die Stöcke überprüfen und gegebenenfalls noch vor dem Winter behandeln sollen. Die Bevölkerung wächst, mehr Wohnungen und Straßen werden gebraucht, dadurch wird der Lebensraum für die Wildtiere immer weniger, so trat Hans Laumer in seinem fast zweistündigen Vortrag ein. Deshalb sind Landwirte, Kommunen, Bürger, Jäger, Imker und Naturschützer gefordert, für die Wildtiere Lebensräume zu erhalten und zu schaffen. Das Ziel ist die Förderung der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft. Jetzt im Herbst werden die Hecken und Bäume zurückgeschnitten und das Schnittgut wird gehäckselt, wird gemulcht oder als Hackschnitzel verwendet. In einer Ecke im Garten liegen gelassen, bietet das Schnittgut für viele Tiere wieder neuen Lebensraum. Unterschlupf für den Igel, für Insekten und im Frühjahr einen geschützten Brutplatz für die Vogel. Darunter können sich Ameisen und andere Insekten ansiedeln, die wiederum tierisches Eiweiß für die Aufzucht der Jungvögel liefern. Zudem können auch in einem Beet Blumen angesät werden, die von Ende Mai bis September, Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und andere Bestäuber, als Nahrungsquelle dienen. Dieser Lebensraum würde den Tieren nicht nur Nahrung, Lebensraum und Unterschlupf, sondern auch die Möglichkeit zur Fortpflanzung bieten. Was in den Gärten geschieht, dies muss auch in der freien Natur geschehen. Dort brauchen Fasan, Rebhuhn, Hase und das gesamte Niederwild, Futter, Schutz und Unterschlupf um für ihren Nachwuchs zu sorgen und sie am Leben zu halten. „Die Verbesserung der Lebensraumqualität ist die größte Stellschraube im ökologischen System, um die Artenvielfalt zu fördern“, stellte Laumer fest. Deshalb gibt es für Landwirte ein breites Angebot von derzeit 50 Maßnahmen um Lebensraum für die Wildtiere zu schaffen, und sie werden dabei finanziell unterstützt. Neben den Landwirten können sich auch Jäger, Imker, Naturschützer, Kommunen, aber auch interessierte Privatpersonen von den Wildlebensraumberatern fachgerecht beraten lassen. Sie zeigen auf, wie Blühflächen am Waldrand und Feldflur erstellt werden können, sowie Begrünung von Feldrändern und Stilllegungsflächen. Um eine ganzjährige Versorgung der Wildtiere und Insekten zu gewährleisten, ist es dringend notwendig, nicht nur in den Monaten September bis November Blühflächen zu erzeugen, sondern besonders in der Hauptvegetations– und Fortpflanzungszeit von Mai bis August den vorgenannten Lebewesen ein ausreichendes Nahrungsangebot zu bieten. Nicht nur die Ackerbewirtschaftung, sondern auch die intensive Bearbeitung der Wiesen durch die Landwirte, (siebenmal mähen heißt alle drei bis vier Wochen jeden Grashalm abrasieren und dann Gülle drauf), lässt keine Fauna mehr auf den Wiesen entstehen. Der Löwenzahn sollte noch zum Blühen kommen und die Rehkitze und Junghasen sollen eine Chance bekommen, zu überleben. „Von den Fasanen und den Rebhühnern will man gar nicht erst reden“, so Laumer in seinen Ausführungen. Dabei würden auch die bienenfreundlichen Blühmischungen, auf landwirtschaftlichen „Ungunst“ Standorten ausgebracht, durch die herausfallenden Samen, diesen Tieren auch helfen. Die Nachfrage nach lebensraumverbessernden Maßnahmen zeigen, dass das Interesse an Blühflächen generell hoch ist. Hierbei werden blühende Elemente wie Blühstreifen, Blumenweide und Wildäckern bei Landwirten, Jägern, Imkern und beim Naturschutz bevorzugt. Alle die hierzu Fragen oder Interesse haben, können sich beim zuständigen Landratsamt an die Unteren Naturschutzbehörde wenden, die jedem, auch Privatpersonen, weiterhilft. Zum Abschluss gab Maria Lohmeier noch zwei Termine bekannt. Der in 2019 wieder stattfindende Imkerausflug wird ins Berchtesgadener Land gehen und die Frühjahrsversammlung findet am Sonntag, 24. März um 14 Uhr in der Brauerei Gaststätte Kammhuber – Hartinger statt.

Den Bericht schrieb Anton Friedrich, mit freundlicher Genehmigung diesen auf unseren Seiten zu veröffentlichen.

Danke Toni!