Der Fotokalender 2020 ist da!

Der Fotokalender 2020 ist da!

Liebe Imkereibegeisterte,

zum zweiten mal dürfen wir euch unseren vereinseigenen Fotokalender präsentieren. Unter dem Motto „von Bienen und Blumen“ können wir atemberaubende Blicke auf die fleißigen Impen und deren liebsten Speisenquellen werfen. Dieses Jahr haben sich sogar ein paar mehr oder weniger nahe Verwandte der Honigbiene dazugesellt.
Zusätzlich sind alle Termine des IV Stierbergs bereits vornotiert – damit wird keine Versammlung mehr vergessen.

Als Geschenk oder Mitbringsel zum Weihnachtsfest oder der Silvesterparty oder ganz einfach für einen SELBST! Darf in keinem Bienenhaus fehlen.
Einfach gleich hier vorbestellen (Abholung am Schwindegger Christkindlmarkt – 29.11.19 von 16:00 – 21:00, 30.11. und 01.12.19 14:00 – 19:00 Uhr – oder nach telefonischer Vereinbarung, Versand möglich):

 

DEIN Foto im nächsten Kalender

Ihr wollt in einem der nächsten Kalender euer eigenes Foto abgebildet sehen? Kein Problem! Einfach HIER eueren persönlichen „Lieblings-Bienen-Schnappschuss“ einsenden und mit etwa Glück seid Ihr 2021 dabei!

Rähmchen wechsle dich

Rähmchen wechsle dich

Grias eich mitanand,

vorweg muss ich mich gleich einmal entschuldigen. Technische Probleme sind für die lange Pause verantwortlich. Ich konnte leider aus Österreich die Seite nicht erreichen. Aber jetzt bin ich wieder „connected“ und darf meiner „Schreib-Motivation“ erneut freien Lauf lassen.

Beim letzten mal ging es um eine Fehlkonstruktion mit schlechter Nebenwirkung und einen dadurch nötigen Umbau. Auch den Einzug der Stockkarte in das digitale Zeitalter habe ich euch vorgestellt.

Heute darf ich euch über ein sehr freudiges Ereignis berichten. Ein befreundeter Imker aus dem hiesigen Imkerverein hat mir einen seiner Ableger verkauft.
Dazu kam es eigentlich relativ überraschend.
Das erste Volk ist gerade mal angekommen und ist in seine neue Beute gezogen, da hatten wir auch schon Besuch am Bienenstand. Ein Radler in voller Montur hielt kurz an und fragte ob wir denn hier Bienen hätten. Ehrlich gesagt war das offensichtlich, denn zum Spass hatte ich sicherlich nicht den Overall mit Schleier und Handschuhen bis zum Ellenbogen an. Vielleicht trägt das jemand zur reinen Freude an der Gaudi – wir jedoch nur wegen der Gaudi an der Arbeit. Naja, so kamen wir wenigsens ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass dieser Radler auch Imker ist und seine Völker Nähe einer evangelischen Kirche bei uns in Neumarkt stehen hat. Wir haben uns sehr über das liebe Gespräch gefreut. Ich habe ihm meine Karte mitgegeben und um Kontakt gebeten falls er mal einen Ableger „übrig hat“.
Irgendwann – ich hab ja schon fast nicht mehr daran gedacht – kam der Anruf. Ein Ableger mit unseren Namen drauf steht bereit. Wir wurden uns recht schnell einig was die Finanzen betrifft und am selben Tag stellte er uns unsere neuen Schützlinge an den Bienenstand.
Jetzt zu der Sache mit den Rähmchen. Wie ich in einem meiner vorherigen Beiträgen schon erwähnte, habe ich mich beim Kauf meiner Beuten für das „Zander-Maß“ entschieden. Der neue Ableger ist jedoch auf „Kuntzsch breit“. Also etwas tiefer und dafür um einiges kürzer als meine Zander-Rähmchen. Natürlich habe ich keine passenden Beuten zur Hand, deshalb mussten die Ladies erst mal in Ihrem Abegerkasten bleiben. Nur nicht zu lange, da der Kasten ja nur eine Leihgabe war.
Zum besseren Verständnis habe ich hier eine kleine Übersicht zu den gängisten Rähmchenmaßen eingestellt. So könnt Ihr auch den Unterschied von Zander zu Kuntzsch ablesen.

 ABCD
Deutsch Normal, Einheitsmaß200mm370mm223mm350mm
Kuntzsch230mm330mm250mm310mm
Zander191mm420mm220mm400mm

Um einen Umzug der Kuntzsch-Rähmchen in meine Zanderbeuten zu ermöglichen, musste etwas meines „TTT“, also dem „Tim-Talor-Talent“, herhalten. Im ersten Schritt habe ich mir aus vier Holzleisten einen „Adapterrahem“ gebaut. Diesen habe ich direkt auf den Boden gesetzt und darauf eine Zarge. Der Rahmen hebt nun die Zarge um 3cm, genau die Differenz von Zander zu Kuntzsch. Somit ist die Höhe (C) der Rähmchen schon mal kein Problem mehr. Jetzt zum kniffligen Teil. Die Ableger-Rähmchen sind markant kürzer (B) als meine. Ich muss mir eine Lösung einfallen lassen, die es mir ein Einhängen ermöglicht. Mein erster Ansatz war ein Styroporblock. Den habe ich mit wenigen Schrauben in der Zarge befestigt. Zu beachten ist, dass auf der Seite der Rähmchen, oder am Besten rund herum keine offenen Stellen sind die die Bienen wild verbauen können. In späterer Folge sollen Sie ja auf Zanderrähmchen umziehen und nicht die Behelfskonstruktion als neuen Wohnort sehen.
Für die ersten Tage hat dies auch wunderbar funktioniert. Irgendwann kam dann jedoch der Moment, als mir kleine weiße Brösel im Haarkleid meiner neuen Arbeiterinnen aufgefallen sind. Ich habe mir das Styropor genauer angeschaut und musste feststellen dass die Damen angefangen haben daran zu knabbern. „Das kann doch nicht gut sein“ dachte ich mir. Also musste eine robustere Lösung her. Ich habe eine alte Zigarrenkiste mit Hilfe von Zwei Abstandblöcken in die Zarge geschraubt. Neben diese Konstruktion habe ich neue Mittelwände im Zandermaß gehängt und war der Hoffnung, die Bienen ziehen im Laufe des Volkswachstums zwingend auf die größeren Rähmchen um. Ja – das war nicht so. Das Volk wuchs stetig und zwängte sich einfach auf die vier Kuntzsch-Rähmchen. Sie sind sogar lieber auf dem Gitterboden gesessen als auf den Zanderrähmchen – warum auch immer.
Das war jetzt der Zeitpunkt meine Imkerpatin um Rat zu bitten. Ich wusste durch die Kontrolle der Brut, dass eine Königin vorhanden war. Leider habe ich sie kein einziges mal gesehen. „Ums Varegga ned“ – wie man in Bayern so schön sagt. Also bin ich mit einer Idee an Maria herangetreten: Ich nehme eine Zarge mit Zanderrähmchen und setzte es auf den Boden. Jetzt klopfe ich das ganze Volk (somit zwangsläufig auch mit Königin) in genau diese Zarge. Jetzt kommt ein Absperrgitter drauf, was die Königin dazu zwingt in der „Zander-Zarge“ zu bleiben. Die Zarge mit meiner Adapterkonstruktion kommt nun oben drauf. Die Arbeiterinnen können durch das Gitter, Futter holen und die Brut pflegen. Die Königin muss unten weiter legen. So werden die Kuntzschrähmchen zwangsläufig irgendwann brutfrei und können entfernt werden.
Der Kommentar meiner Patin: „Genau so macht man das“. Also…genau so mach ich das. Hier das Ergebnis:

Insgesamt habe ich den Vorgang des „Abschlagens“ in die neue Zarge drei mal gemacht. Die Königin ist anscheinend noch schlank genug und kam immer wieder nach oben um dort weiterzulegen. (Leider habe ich sie bis heute noch nicht gesehen!) Ich musste mir nur langsam Gedanken um die Wintervorbereitung machen. Meine Angst war, dass sich die Bienen sich noch länger Zeit lassen würden bis sie ihre neue Wohnung aktzeptieren. Das wäre nur in Hinsicht der Stabilität des Volkes, die ein Überleben des kommenden Winters sicherstellen sollte, sehr schlecht. Durch den Platzmangel auf den Kuntzsch-Rähmchen hat die Brut markat an Menge verloren. So habe ich schweren Herzens diese wenige Brut ignoriert und die Damen ein viertes mal in die untere Zarge geschlagen. Nur diesmal ohne die alten Kuntzsch-Adapterzarge wieder aufzusetzten. Im Vorfeld habe ich aus meinem Anfangsvolk, das sich über beste Gesundheit und Vitalität freuen kann, eine Brut- und eine Futterwabe entnommen. Diese Waben habe ich in die untere Zarge des Kuntzsch-Volkes gegeben um diese etwas atraktiver zu machen.

Nach einigen Tagen konnte ich mich sehr freuen! Ich hatte ja ehrlich gesagt schon etwas Angst, dass durch mein recht radikales Einschreiten das Volk vielleicht die Koffer packen könnte oder zu agressiv und gestresst ist. Nichts davon ist passiert. Sie sind völlig entspannt und vital. Die inzwischen auf den Kunztsch-Rähmchen geschlüpfte Brut, habe ich abgesammelt und in ein Transportglas gegeben. Dieses Glas habe ich dann kopfüber auf das offene Volk gestellt. So konnte ich Zeuge einer sehr beeindruckenden Sache werden.
Man muss sich folgendes vorstellen: 48 Stunden nach dem ich die kleinen Rähmchen aus dem Volk entnommen habe sind ca. 30 Bienen geschlüpft, ausserhalb vom Volk wohlgemerkt. Um genau zu sein, auf meinem Balkon an der Hauswand. Es gibt keinerlei Stockduft oder Königinnenpheromone. Also eigentlich „vogelfreie“ Jungbienen. Als „fremd“ wurden diese Jungbienen allerdings nicht von ihrem alten Volk behandelt. In dem Moment, als das Glas mit der Öffnung nach unten auf die Rähmchen gestellt wurde, kam sofort eine Arbeiterin, hat die Nassanoffsche Drüse ausgeklappt und das Sterzeln begonnen und so die Jungbienen „nach Hause“ gelotst. Leider habe ich vor lauter Aufregung vergessen ein Foto zu machen. Ich kann euch nur sagen, es war beeindruckend!

Hier noch ein paar Fotos:

Beim nächsten mal berichte ich euch über mein erstes Zeichnen einer Königin.
Bis dahin
Euer Flo

Amerikanische Faulbrut in Landsberg a.L. ausgebrochen

Amerikanische Faulbrut in Landsberg a.L. ausgebrochen

Liebe Imkerinnen und Imker,
in Landsberg am Lech ist die amerikanische Faulbrut ausgebrochen. (Hier nachzulesen.) Glücklicherweise ist Landsberg am Lech weit genug von Stierberg entfernt. Allerdings sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, grundsätzlich keine Völker ohne Gesundheitszeugnis zu kaufen. Vom Auslandsimport ist generell Abstand zu nehmen, bei solchen Einkäufen werden schnell Pathogene eingeschleppt, die nicht in unsere Region gehören.  Etwaige Verluste sollten vereinsintern ausgleichen werden. Es ist kein Grund sich zu Schämen innerhalb des Vereines um Ableger zu fragen, es kann den erfahrensten Imkern passieren, dass sie Völker über den Winter verlieren. Anfragen im Verein zum Ablegerkauf, werden grundsätzlich diskret behandelt.
Im Herbst, nach der Honigsaison ist nochmal (ansonsten im Frühjahr) ein guter Zeitpunkt eine Futterkranzprobe auf AFB-Sporenuntersuchung an den TGD nach Grub zu schicken. Die Untersuchung wird kostenlos und unbürokratisch durchgeführt. Das bietet die beste Prophylaxe um einem Ausbruch der AFB entgegenzuwirken.

Gerne können folgende Dokumente hier geladen werden.
Sperrgebiete
Allgemeinverfügung
Merkblatt Futterkranzprobe
Untersuchungsantrag

Fehlkonstruktion

Fehlkonstruktion

Grias eich mitanand,

beim letzten mal habt ihr erfahren wie meine Bienen zum Bienenstand und etwas später in die neuen Beuten gekommen sind.
Unter Anderem möchte ich euch heute nochmal etwas zu diesen neuen Beuten sagen. Grundsätzlich bin ich von den Vollholzbeuten eines großen deutschen Imkerbedarfhandels sehr begeistert. Sie sind gut verarbeitet, stabil und haben ein sehr wertiges Erscheinungsbild. Leider habe ich einen großen Mangel entdeckt.

Hier das Problem:
Die Böden, welche zu dem Magazinsystem gehören sind nicht nur am hinteren Ende, sondern auch auf der vorderen, sprich der Fluglochseite offen. Dies hatte bei mir den Effekt, dass manche Bienen das Flugloch gefunden haben, aber manche auch nicht. Diejenigen, die zuerst auf der Palette gelandete sind, haben den Stockgeruch durch den Gitterboden wahrgenommen und sind unter die Beute gekrabbelt. Hier versuchten sie durch den Gitterboden zu gelangen – vergebens. Die ganze Situation wahr allerdings von außen nicht zu sehen. So kam es, dass eine zweitägige Unwetterfront den „delogierten“ Bienen ordentlich zugesetzt hat und die Meisten das auch nicht überlebt haben. Ich bin am nächsten Tag zum Bienenstand gefahren und habe garantiert 100 tote Bienen um die Beute herum gefunden. Nach dem ersten Schock bin ich auf Ursachensuche gegangen. Die Bienen, die noch am Leben waren wurden teilweise von anderen gefüttert, blieben jedoch recht lethargisch. Ich habe die Zarge vom Boden genommen und folgendes vorgefunden:

Im ersten Bild sieht man die Fehlkonstruktion. Der Boden sieht vorne und hinten genau gleich aus. Er ist auf BEIDEN SEITEN (!) offen. Dass es hier zu Ver(w)irrungen kommt sollte mir eigentlich vorher klar gewesen sein. Das zweite Bild zeigt eine völlig erschöpfte Sammlerin die von einer anderen gepflegt wird. Das dritte Bild eröffnete sich mir nach der Abnahme der Zarge. Die Bienen haben sich zwischen Varroalade und Gitterboden verirrt und sind hier verhungert. Ich habe dann sofort den Akkuschrauber angeschmissen und habe den Boden verschlossen. Der vordere Bereich wurde von mir fix verschlossen, der hintere mit Kistenverschlüssen versehen, damit ich zur Varroakontrolle oder an besonders heißen Tagen den Boden wieder öffnen kann. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich eine Fluglochverengung dazu gemacht.

Mit dem Umbau hat sich – Gott sei Dank – alles wieder recht schnell normalisiert. Zwei Wochen später war das Volk sogar schon wieder so groß dass ich unter Anleitung meiner Imkerpatin einen Brutwabenableger machen konnte. Wir haben eine weitere Beute vorbereitet und zwei Waben aus dem ersten Volk entnommen. Zwei Honigwaben bilden die äußere Begrenzung. Diese habe ich, bienenfrei, von meiner Imkerpatin erhalten. Dazwischen werden zwei Brutwaben mit ansitzenden Bienen gehängt, eine mit verdeckelter Brut und eine mit offener Brut. Das hat folgenden Sinn: Aus der verdeckelten Brut schlüpfen neue Arbeiterinnen die das Volk stärken. Aus der offenen Brut kann eine neue Königin gezogen werden. Hier gilt es besonderes Augenmerk auf das Entwicklungsstadium der Brut zu werfen. Man sollte sich unbedingt merken wo auf der Wabe zum Zeitpunkt des Umhängens bereits Maden vorhanden waren und in welchem Entwicklungsstadium diese sind. Nachschaffungszellen, welche im Bereich der älteren Larven entstehen, sollten vor dem Schlupf der Königin unbedingt gebrochen werden. Jedoch nur unter der Voraussetzung dass im Bereich der jüngsten Maden ebenfalls Nachschaffungszellen gebaut wurden. Königinnen die aus Zellen schlüpfen, die erst im fortgeschrittenen Madenstadium zur Weiselzelle erkoren wurden, sind nicht ausreichend mit Gelée Royale gefüttert worden. Es werden zwar hier ebenso Königinnen schlüpfen, jedoch werden diese wesentlich schwächer und kleiner als jene sein, die vom jüngsten Larvenstadium ab bereits als Weisel behandelt wurden.
VORSICHT! Die Königin muss unbedingt im Altvolk verbleiben!! 
Hat man dies sichergestellt wird neben die vier Waben ein Trennschied gegeben und die Beute inkl. Flugloch verschlossen. Jetzt stellt man die Beute mehrere Stunden an einen kühlen von Wind, Wetter und Sonne geschützten Platz. Dabei ist darauf zu achten dass eine ausreichende Belüftung durch einen Gitterboden sichergestellt ist. Die Windel (Varroaschuber) sollte dafür entfernt werden. Ergänzend kann man etwas Wasser in die Beute sprühen um für die nächsten Stunden die Versorgung mit eben diesem zu gewährleisten.
Diese kurze Haft ist vor allem nötig, wenn der Ableger ganz in der Nähe des Altvolkes oder sogar daneben stehen soll. Gibt man den Ableger nicht in diese „Kellerhaft“, kann es passieren, dass die Bienen einfach in Ihre ursprüngliche Beute zurück fliegen. Stellt man den Ableger sowieso an einen neuen Standort, kann man auch gerne darauf verzichten, sollte aber eine buschigen Zweig für ein paar Stunden vor das Flugloch legen.
Man kann mit fortschreitender Zeit ein Brausen im Volk hören. Den Bienen wird Ihre Wesenlosigkeit immer mehr bewusst und sie gehen in den „Notmodus“. Am Abend kann das Volk dann an seinen vorgesehen Platz gestellt werden und das Flugloch wenige Zentimeter geöffnet werden. Ein zu offnes Flugloch könnte von dem noch recht schwachen Volk schlecht verteidigt werden.
Nach 9 Tagen können die Brutwaben auf Nachschaffungszellen kontrolliert werden. Hier nimmt man dann das vorher erwähnte Zellenbrechen vor. Sämtliche Brut sollte nun verdeckest sein. Weiter Nachschaffungszellen sind somit nicht möglich. Der Imker kann also hier sehr gezielt und kontrolliert eingreifen und selektieren.
In meinem Fall kam es durch einen Zufall allerdings nicht zur Bildung von Nachschaffungszellen. Wir haben den Ableger zufällig zum Zeitpunkt einer stillen Umweiselung gemacht. Dabei ist es passiert, dass wir ohne dass wir es bemerkten, die nachgezogene Jungkönigin mit in den neuen Ableger genommen haben. So hatte der Ableger keinen Bedarf einer neuen Königin. Das ältere Volk zieht sich nun eine weitere neue Königin heran und wir konnten dem manuellen Umwechseln im Herbst vorgreifen. Die „alte“ Königin von 2017 wäre zum Überwintern bereits zu schwach gewesen. Dies dürfte auch der Grund für die stille Umweiselung gewesen sein. Also haben wir die Altkönigin entnommen und ließen das Volk eine neue heranziehen.

Jetzt möchte ich noch kurz auf die Stockkarten eingehen. Wie ihr wahrscheinlich wisst, ist es sehr wichtig alle Geschehnisse in eurem Bienenvolk kurz und knapp zu dokumentieren um nachfolgenden Aufgaben besser organisieren und das Wohlbefinden und die Funktion eures Bienenvolkes kontrollieren zu können. Durch  meinen Freistand war für mich von Anfang an klar dass ich von den klassischen Stockkarten aus Papier Abstand nehmen möchte. Ich habe mich online etwas schlau gemacht und bin auf die App von „beeintouch“ gestoßen. Ein sehr umfangreiches, kostenloses System dass ich nur empfehlen kann. Die Stockkarte ist digital auf eurem Handy oder über die Webseite abruf- und aktualisierbar. Alle Android-Nutzer können auch sogenannte NFC-Chips verwenden um auf verschiedene Funktionen, wie Durchschau, Varroabehandlung- und Kontrolle, Fütterung etc. schnell und bequem zugreifen zu können. Apple-User sind hier auf die manuelle Eingabe bzw. die Verwendung von QR-Codes beschränkt. Sämtliche Abläufe wie z.B. die Durchschau können individuell angepasst werden. Die Einträge werden sogar mit relevanten Wetterdaten wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit automatisch ergänzt. Wer einen kleinen Betrag spenden möchte kann ebenso das umfangreiche Kalkulationstool und die Artikelverwaltung in einem brauchbaren Umfang verwenden. Das war allerdings noch lange nicht alles. Ein Blick lohnt sich. Hier die Webseite, die Android-App und die iOS-App.

Beim nächsten mal gehts um einen neuen Ableger und den damit verbundenen Rähmchenmaß-Wechsel, die erste Varroabehandlung und eine vermutete Weisellosigkeit.
Bis dahin
Euer Flo

 

Die Bienen kommen

Die Bienen kommen

Grias eich mitanand,

beim letzten mal habe ich euch etwas über die Grundausstattung gesagt, was man alles für die einzelnen Völker benötigt und wie z.B. die Beuten vorzubereiten sind.
Und genau dabei war ich etwas zu langsam, bzw. vielleicht auch das Schicksal etwas zu schnell. Ich habe kurz nach dem ersten Anstrich meiner Beuten die Info bekommen, dass ich meinen erstes Volk haben kann. Nur leider brauchten die Beuten noch Ihren zweiten Anstrich. Und da kam wieder meine Imkerpatin Maria ins Spiel, die mir freundlicherweise eine ihrer Beuten ausgeliehen hat. Natürlich könnte man etwas warten bis die Beuten fertig sind, nur hatte der Imker von dem ich das Volk bekommen habe terminlich nicht viel frei, so hieß es BEEILUNG!

Ich habe mich also mit diesem Imker aus Salzburg getroffen und mein erstes kleines Volk bekommen. Wir haben die Rähmchen in Marias Beute gegeben, das Flugloch gut verschlossen und alles mit einem Spanngurt gesichert. Somit konnte die Reise dann auch schon losgehen. Zeitlich haben wir uns an die gesetzlichen Vorgaben Österreichs gehalten und die Bienen in der Dämmerung transportiert.

Der Transport ging viel einfacher vonstatten als ich mir das vorgestellt habe. Man hat schon aus mehreren Gründen ein mulmiges Gefühl. Da ist erst einmal die Aufregung weil man sein erstes Volk bekommt. Dann der Ablauf des Transports an sich. Man hat da ja tausende Lebewesen im Kofferraum, von denen man nicht weiss wie sie reagieren, sollten sie vorzeitig ins Freie gelangen. Und dann stellt man eigenhändig dieses Volk an seinen neuen Wohnort und weiss ebenso wenig wie die Bienen das wiederum finden werden.
Es ging aber alles gut. Wir sind am Bienenstand gut angekommen und haben die Ladies an Ihren neuen Platz gebracht. Ich habe den Tipp meiner Imkerpatin befolgt und einen Zweig vor das Flugloch gelegt. Somit stellt man sicher, dass die Flugbienen nicht sofort aus der Beute stürmen und losfliegen. Liegt ein Hindernis vor dem Flugloch merken die Bienen dass sich irgendetwas verändert hat und orientieren sich zwangsläufig neu.

Und jetzt kam es zu der ALLER SCHWIERIGSTEN AUFGABE: W A R T E N…nämlich eine ganze Woche! Das ist als frisch gebackener und maßlos begeisterter Jungimker wirklich sehr anstrengend. Das einzige was ich bis dahin am Bienenvolk machen konnte, war füttern. Ich habe einen Zuckersirup aus BIO-Zucker im Verhältnis 3:1 (3 Teile Zucker und 1 Teil Wasser) angefertigt. Diesen Zuckersaft habe ich dann in ein leeres und gesäubertes 500g Honigglas gegeben und einen Deckel mit 4 kleinen, sternförmig angeordneten Löchern gefüllt. Dieses Glas wird dann kopfüber mit den Löchern zwischen zwei Rähmchen zeigend, in das Volk gestellt. Hier schneidet man einfach eine entsprechend große Öffnung in die Abdeckfolie und stellt eine Leerzarge oder eine umgedrehte Futterzarge darauf. So haben die Bienen erst einmal Futter und können sofort mit dem Ausbau der Waben und dem Brüten beginnen.
Brüten? Wie das denn? Ein Ableger hat doch keine Königin! Ja, ich habe keinen normalen Ableger erhalten, sondern ein kleines Wirtschaftsvolk mit einer gelb gezeichneten Königin. Gelb ist die Farbe von 2017, d.h. die Königin ist in ihrem dritten Jahr, also schon eine „ältere Monarchin“ und sollte spätestens im Herbst durch eine jüngere, stärkere Nachfolgerin ersetzt werden. Aber dazu in einem der nächsten Blogs mehr…
Zurück zum Futter: Ich persönlich würde jedem empfehlen sich im Vorfeld Bienenfuttersirup zu besorgen. Natürlich kann man das Futter am Anfang selber machen, aber es kann hierbei zu Problemen kommen. Z.B. war mein erstes Futter mit zuwenig Wasser angesetzt, vielleicht hätte ich ein Verhältnis 2:1 nehmen sollen. Es kam nämlich leider zur vollständigen Kristallisation des Futters und die Bienen konnten nichts mehr aus dem Glas entnehmen. Beim nächsten Versuch blieb der Sirup im Verhältnis 2:1 zu flüssig, also hielt ich mich wieder an 3:1 und habe danach mit Gefühl etwas mehr Wasser dazugegeben um über den Sättigungspunkt der Lösung zu kommen. Ihr seht, das ist eine kleine Spielerei. Inzwischen verwende ich Invertzuckersirup und bin total happy!

Nach einer Woche habe ich dann endlich die erste Durchschau machen können. Bei dieser Gelegenheit habe ich dann auch gleich einen Umzug vorgenommen. Und zwar in die neue, frisch gestrichene und inzwischen vollständig getrocknete Beute. Ich konnte bei der Durchschau die Königin sehen und feststellen dass sie zufriedenstellend stiftet. Lediglich etwas wenig Honig war zu sehen, was allerdings durch die massiv schlechte Witterung und den Umzug durchaus zu erwarten war. Das hieß für mich weiter füttern.

Im nächsten Beitrag darf ich euch etwas über die ersten Schwierigkeiten und den ersten eigenen Ableger erzählen. Bis dahin!
Euer Flo